K10
Zusammenfassung und Aufbau
Der K10 (Kessler Psychological Distress Scale) ist ein kurzer Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung unspezifischer psychischer Belastung. Er wurde von Ronald C. Kessler und Kollegen für den US National Health Interview Survey entwickelt und wird weltweit in Bevölkerungsbefragungen und in der Versorgung eingesetzt.
Die zehn Items fragen, wie oft sich die Person in den letzten 30 Tagen zum Beispiel nervös, hoffnungslos, ruhelos, niedergeschlagen oder wertlos fühlte. Jedes Item wird auf einer fünfstufigen Skala von «niemals» (1) bis «immer» (5) beantwortet. Der Gesamtwert reicht von 10 bis 50, höhere Werte bedeuten stärkere Belastung.
Die Cut-off-Werte werden üblicherweise wie folgt interpretiert:
10–15 = geringe Belastung
16–21 = mittlere Belastung
22–29 = hohe Belastung
30–50 = sehr hohe Belastung
Die Einteilung folgt Andrews & Slade (2001). Die Kurzform K6 verwendet sechs der zehn Items.
Eckdaten
Altersgruppe: Erwachsene (≥18 Jahre)
Bearbeitungszeit: ca. 2–3 Minuten
Sprachen in SwissDTx: Deutsch, Englisch
Verwendungszweck
Der K10 dient dem Screening psychischer Belastung in der Grundversorgung, Psychotherapie, Arbeitsmedizin und Forschung und hilft, Personen mit Abklärungsbedarf zu erkennen. Weil er an keine einzelne Diagnose gebunden ist, eignet er sich gut als allgemeiner Einstiegsscreener.
Da er kurz ist und Veränderungen gut abbildet, eignet sich der K10 für wiederholte Messungen in Blended-Care-Settings, etwa zu Behandlungsbeginn und in regelmässigen Abständen.
Hinweise für Fachpersonen
Der K10 misst Belastung, nicht eine bestimmte Störung. Hohe Werte sollten zu einer klinischen Abklärung führen, gegebenenfalls mit spezifischeren Instrumenten wie PHQ-9 oder GAD-7.
In SwissDTx werden Gesamtwert und Belastungsstufe automatisch berechnet und im Care Cockpit im Verlauf dargestellt. Jede Durchführung endet mit einer Unterstützungskarte mit Notrufnummern.
Autoren
Ronald C. Kessler
Gavin Andrews
Lisa J. Colpe
Daniel K. Mroczek
Sharon-Lise T. Normand
Ellen E. Walters
Alan M. Zaslavsky
Wissenschaftliche Referenzen
Kessler R.C., Andrews G., Colpe L.J., Hiripi E., Mroczek D.K., Normand S.L.T., Walters E.E., & Zaslavsky A.M. (2002). Short screening scales to monitor population prevalences and trends in non-specific psychological distress. Psychological Medicine, 32(6), 959–976. https://doi.org/10.1017/S0033291702006074
Kessler R.C., Barker P.R., Colpe L.J., Epstein J.F., Gfroerer J.C., Hiripi E., et al. (2003). Screening for serious mental illness in the general population. Archives of General Psychiatry, 60(2), 184–189. https://doi.org/10.1001/archpsyc.60.2.184
Andrews G., & Slade T. (2001). Interpreting scores on the Kessler Psychological Distress Scale (K10). Australian and New Zealand Journal of Public Health, 25(6), 494–497. https://doi.org/10.1111/j.1467-842X.2001.tb00310.x
Lizenz
Copyright © Ronald C. Kessler, PhD. All rights reserved. The K10 and its translations are free to use and do not require formal permission, provided the copyright is acknowledged and Kessler et al. (2003) is cited.